Ehrlich gesagt, fällt mir zu unserem Gastspiel beim FC Bayern nicht mehr viel ein. Dieses Spiel, und insbesondere die ersten 15 Minuten dieses Albtraumes, kann man, als Hertha-Fan, nur als “desolat”, “grottenschlecht”, “Hose voll”, “schwach wie Flasche leer” und anderen Floskeln beschreiben. Himmel, Arschund Zwirn. Dass wir in München nie wirklich gut aussehen, ist ja hinlänglich bekannt, aber die Art und Weise, wie sich die Hertha präsentierte, war unterirdisch. Mangelhaftes Zweikampfverhalten (die Spieler standen viel zu weit weg vom Mann), absolut NULL Torgefahr (und damit hält Manuel Neuers Serie weiterhin an …), Berliner Verunsicherung soweit das Auge reichte. Noch nicht mal fünf Minuten waren gespielt, als es schon 1-0 für die Hausherren stand. Torschütze: Mario Gomez. Zwei Minuten später klingelte es schon wieder, Torschütze diesmal Franck Ribery. Falls jetzt aber irgendjemand denkt, die Hertha beginne nun zu kämpfen, lag falsch. 12. Minute wieder Tor, diesmal Bastian Schweinsteiger. Ich hätte kotzen können. Es lief aber auch wirklich nichts bei diesem aufgescheuchten Hühnerhaufen, der in Blau-Weiß auf dem Rasen der Allianz Arena herumstolperte, zusammen. Ich hatte nach der ersten Viertelstunde schon keine Lust mehr und wollte am liebsten nach Hause, befürchtete ich doch ein Abschlachten. Dazu kam es aber glücklicherweise – sofern man hier noch von “Glück” sprechen kann – nicht, in der zweiten Halbzeit gab es nur noch eine Szene, ein, in meinen Augen etwas fragwürdiger Elfmeter, den Gomez sicher verwandelte. Thomas Kraft tat sein Übriges, um nicht noch mehr Gegentreffer zu bekommen. Dennoch, ich verliere lieber klar und deutlich (und verdient), als wie in Bremen durch eine strittige Aktion kurz vor Schluss.
Markus Babbel hatte übrigens die Mannschaft gegenüber dem Köln-Spiel kaum verändert, Christian Lell kehrte in die Anfangsformation zurück, vorne sollten Pierre-Michel Lasogga und Änis Ben-Hatira für Akzente sorgen. Kurz vor Schluss kan dann auch noch Adrian Ramos zum Einsatz.
Zu meinem Stadionbesuch in der Münchner Arena sei gesagt: nein, mir hat dieses seelenlose, unterkühlte Stadion nicht gefallen. Von außen mag das Ding ja spektakulär wirken, aber für mich hatte es keinerlei Charme oder Flair. Außen hui, innen pfui. Da gehe ich lieber in den Wildpark. Der ist zwar alt und runtergekommen, aber wenigstens hat das Stadion eine Seele.
Ich bin in der Früh um halb sechs von Berlin aus mit dem Hertha-Fanbus nach München gefahren. Es war für mich der zweite Versuch, diesem Stadion einen Besuch abzustatten. Der erste vor zwei Jahren war ja eher weniger von Erfolg gekrönt, nicht, weil wir da 5-2 auf die Mütze bekommen hatten, und auch nicht, weil ich mich mit einem Haufen Bayern-Fans (wie tief kann man eigentlich sinken?
ABer die waren irgendwie nett und lustig, hat Spaß gemacht.) todesmutig in Hertha-Fankleidung auf den Weg gemacht hatte und natürlich von vorne bis hinten aufgezogen wurde, sondern weil das Spiel damals genau zum Ferienbeginn in mehreren deutschen Bundesländern sowie der Niederlande lag. Die Folge: 150 Kilometer Stau, und wir waren pünktlich eine Stunde NACH Anpfiff im Stadion. Na Hurra. Ich bin dann auch gar nicht mehr in den ganz oben liegenden Gästeblock rein, sondern habe mich in den einen Fantreff gemacht und dort die letzten Minuten dieser Vorstellung via Beamer geschaut. Na ja, nach dem Spiel wollte dann ein Bayern-Fan, dem ich auf dem Weg zum Bus begegnete, unbedingt mit mir Schals tauschen. Zitat: “Hier Chef, könnten wir vielleicht nen Schaltausch machen?” Erst war ich ja zögerlich, aber da er gute Worte gab und ihm ein Hertha-Schal noch in seiner Sammlung fehlte, und zudem auch bald Weihnachten anstand, hab ich dann mit ihm Schals getauscht. Ja, es IST mir peinlich und ich schäme mich.
Die Bayern-Fans, mit denen ich damals unterwegs war, fanden es jedenfalls grandios, dass der Gäste-Fan mit einem Bayern-Schal zurück kam.
Diesmal also mit dem Hertha-Fanbus. Es ist doch was anderes, wenn man mit Gleichgesinnten unterwegs ist.
Amüsant fand ich übrigens, dass man, wenn man zur Allianz Arena fährt und zum Gäste-Parkplatz möchte, in Richtung “Sonderabfall-Beseitigung” fahren muss. Hach, was sind die nett … -.-