MISSION ERFÜLLT!

Dies steht auf den T-Shirts, die die Mannschaft nach dem Spiel trug, und die man sich bereits nach dem Abpfiff am mobilen Hertha-Fanshop kaufen konnte.

Der Reihe nach. Mein Kumpel Ralle und ich brachen gestern Nachmittag gegen 14.15h in Richtung Duisburg auf, um bei der Aufstiegskolonne in der Schau ins Land-Reisen-Arena dabei zu sein. Da sind wir auch schon gleich bei dem, was mich am modernen Fußball stört. Es gibt kaum noch Stadien im Namen, die meisten heißen “Park” oder “Arena” und sind von irgendeinem Geldgeber gesponsort. Dabei schießt das ehemalige Hamburger Volkspark-Stadion den Vogel ab: zuerst AOL Arena, dann HSH Nordbank Arena und jetzt eben Imtech Arena. Dass die Namen bei diesen Stadien, pardon, Arenen, wirklich groteske Züge annehmen können, beweist eben auch der in Duisburg befindliche Fußballtempel. Ehrlich gesagt, rollen sich mir bei sowas die Zehennägel hoch. Genau wie bei folgendem Beispiel: “*dingdong* Das Eckenverhältnis wird präsentiert von Schlag-mich-tot! Die Zwischenergebnisse aus den anderen Stadien werden präsentiert von Kack-mich-zu! usw.”

Doch zurück zum Spiel. Ralle und ich kamen natürlich gut 3,5h vor Anpfiff in Duisburg an, aber ich bin lieber ewig früh vorm Stadion als mich hetzen zu müssen. Gleich ins Auge sprangen mir die Jungs, die mit dicken, großen Taschen rumliefen und Aufstiegs-Schals verkauften. Ich hab ja auch noch keinen Hertha-Schal … jedenfalls keinen mit AUFSTIEG darauf. :-D Also, einen mitgenommen, und als wir dann in Richtung Seehaus gingen, bauten sich ein paar Jungs in Grün auf und erklärten uns, dass wir, da Hertha-Fans dort nicht lang gehen dürften und auch vorerst nicht mehr in das Restaurant dürften, da wohl einige Stress gemacht haben. Okay … wir also nen anderen Weg gelaufen und von der anderen Seite rein. :-D Vorm Seehaus trafen wir dann erstmal noch eine Bekannte von mir, die aber auch noch auf einen Twitter-Kollegen warten wollte. Ralle und ich suchten uns ein gemütliches Plätzchen und organisierten was zu essen. Pommes rot-weiß für mich, Currywurst-Pommes für ihn.

Nach einer Weile gemütlichen Herumsitzens begaben wir uns dann zum Stadion. Am Eingang natürlich wieder das obligatorische Abtasten nach gefährlichen Gegenständen. Meine Fresse. Nach gefühlt 30min Leibesvisitation – anscheinend seh ich wirklich so böse und gefährlich aus, was weiß denn ich? Jedenfalls dauerte es ewig, bis die mal mit mir fertig war … -, durfte ich dann auch endlich rein. Ich frage mich allerdings, wie die Pyrotechnik den Weg ins Stadion gefunden hat, wenn die Tante am Eingang mir am liebsten meinen Haustürschlüssel abgenommen hätte??????

Im Hertha Block angekommen, suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen relativ weit oben und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Um es vorweg zu nehmen, nein, berauschend war der Kick da auf dem Rasen nicht, die Stimmung im Block war um Längen besser als das, was auf dem Spielfeld geboten wurde. Dennoch fand ich es geil, mal ein Montag-Abend-Spiel nicht auf der Couch vorm TV mit ner Tüte Chips verfolgen zu dürfen, sondern live dabei zu sein, insbesondere, wenn es ein so wichtiges Spiel ist. :-D “Scheiß Sport1!” hieß es ja auch, und warum im Zebra Magazin was von “liebgewonnener Gewohnheit” steht, entzieht sich mir. Genauso, wie ich mich immer noch frage, was die “Tod und Hass dem S04!” Rufe vor dem Spiel und bei der Uffta zu suchen hatten. Zumal wir ja nicht in Gelsenkirchen waren, sondern eben in Duisburg, und das einzige, was diese beiden Vereine miteinander verbindet, ist dass sie sich im Mai im DFB-Pokal-Finale gegenüberstehen und beide im Ruhrpott ansässig sind. Aber sonst? Okay, das “Wer nicht hüpft, der ist ein Schalker!” geht ja noch, aber das andere fand ich dann doch etwas zu krass. :-(

Wie ja schon gesagt, reichte uns ein Punkt in Duisburg, um den Aufstieg endgültig festzumachen. Als Adrian Ramos uns in der ersten Halbzeit ins Glück schoss und den einzigen Treffer der Partie (wir hätten noch einige Törchen nachlegen können in der zweiten Halbzeit, wenn wir unsere Konterchancen besser genutzt hätten …) erzielte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Es wurde gejubelt, gefeiert, die Hertha-Kurve stand Kopf. Bis heute hab ich immer noch nicht so ganz realisiert, was da gestern Abend eigentlich passiert ist, ich kriege immer wieder feuchte Augen, wenn ich die Bilder sehe. Es ist einfach nur unbeschreiblich!! Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es dann eine Pyroshow in unserem Block, weiter unten brannten Bengalos, der Rest hielt Wunderkerzen hoch. Auf den Bildern bei hertha-inside.de sieht das wirklich spektakulär aus. Die Stimmung war also absolut bombastisch, und als Schiri Dr. Felix Brych nach 92 Minuten abpfiff, war da nur noch pure Glückseligkeit zu spüren. Aufstiegssongs wurden gesungen, geklatscht, gejubelt, gefeiert. Gänsehautfeeling.

Auch die Mannschaft ließ sich nicht lumpen, sich zu präsentieren. Sie kamen mit ihren Aufstiegsshirts (die Mannschaft hatte schwarze Shirts, die Fanversion ist blau) zu uns vor den Block und die Ersatzspieler, sowie u.a. Markus Babbel, den die Spieler noch hochleben ließen und hinterher mit Sekt duschten, hielten ein Banner hoch: “MISSION GEMEINSAM ERFÜLLT! DANKE HERTHA FANS!”

Irgendwann verließen Ralle und ich dann das Stadion und holten uns natürlich auch noch Aufstiegs-Shirts, bevor wir überglücklich die Heimreise antraten.

1. Liga – Hertha ist dabei! Und das ist auch gut so.

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Matchball

Die Ausgangslage für unser Spiel heute Abend beim MSV Duisburg könnte nicht besser sein. Zunächst hat die Hertha sich in den “Big Point Spielen” gegen den VfL Bochum (2-0) und den VfL Osnabrück (4-0) durchsetzen können und profitiert nun auch noch von der schwächelnden Konkurrenz.

Bochum kam gegen den SC Paderborn nicht über ein 1-1 hinaus, Greuther Fürth unterlag bei 1860 München 3-0, sodass der Relegationsplatz schon mal sicher ist. Schließlich verlor der härteste Konkurrent um den Aufstieg, FC Augsburg, mit 1-2 gegen Alemannia Aachen. Das bedeutet, dass wir heute mit einem Unentschieden den Sack endgültig zumachen und die sofortige Rückkehr ins Oberhaus feiern können. Bei einem Sieg heute Abend können wir den Abstand auf Augsburg auf stolze sieben Zähler ausbauen, ein gutes Polster für das anstehende Heimspiel gegen die “Löwen”. Doch auch in Duisburg muss erstmal gewonnen bzw. gepunktet werden. Die “Zebras” haben das Pokalfinale erreicht, müssen aber auch einige verletzungsbedingte Ausfälle hinnehmen. Hinzu kommt, dass der MSV die erste Mannschaft war, die uns eine Heimniederlage beibringen konnte, da drängt sich der Wille nach einer Revanche auf.

Apropo “Verletzungen” – Peter Niemeyer, der gegen Osnabrück ausgewechselt werden musste, ist einsatzfähig und wird der Mannschaft somit heute zur Verfügung stehen. Ein, wie ich finde, nicht gerade unwichtiger Spieler im Mannschaftsgefüge, der dazu beigetragen hat, dass wir dort sind, wo wir jetzt stehen. Nämlich auf Tabellenplatz 1 der 2. Liga.

Ich selber werde in ein paar Stunden zusammen mit einem Kumpel von mir nach Duisburg aufbrechen. Ich bin schon total aufgeregt, da es mein erstes Montag-Abend-Spiel ist, dass ich mal live im Stadion sehe und nicht wie sonst auf Sport1, und weil es heute ja auch – wie damals in Karlsruhe, als wir 0-4 nach Hause geschickt wurden und die CL vergeigt hatten – um einiges geht. Aber irgendwie bin ich optimistisch, dass wir da heute Abend was reißen werden. Duisburg, stellt die Getränke kalt, die Aufsteiger sind zu Gast!

HA HO HE!

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Der Traum geht weiter

70.621

Das ist die Zahl der Zuschauer, die sich am vergangenen Sonntag das Spiel gegen den SC Paderborn anschauten. Paderborn? Kein wirklich großer Gegner oder Name, eher der typische Zweitligist, und doch wollten über 70.000 Menschen dieses Spiel sehen. Es ist einfach Wahnsinn, wie der Verein es schafft, die Fans an sich zu binden und ins Stadion zu locken. Erinnerungen an die Saison 2008/2009 werden wach, als wir die Meisterschaft auf der Zielgeraden verspielten und uns am Ende gar nur mit der Europa League (wie ich diesen Ausdruck hasse!!) zufriedengeben mussten.

Doch zurück zum Spiel gegen Paderborn. Zwei Treffer in der ersten Halbzeit reichten, um das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Einmal mehr war es Pierre-Michel Lasogga, der seine Goalgetter-Qualität ausspielte und nach einer Flanke von Christian Lell zum 1-0 einschoss. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs kam auch noch Kapitän Andre Mijatovic zu seinem ersten Saisontor. Viel passierte danach nicht mehr. Die Partie plätscherte in der zweiten Halbzeit bei Traumwetter vor sich hin, die Gäste kamen noch zu der einen oder anderen Chance, aus der sie aber kein Kapital schlagen konnten. Die Revanche für die Hinspiel-Pleite war also geglückt, drei wichtige Punkte eingefahren, und die Tabellenspitze zurückerobert. Hertha marschiert also weiterhin unaufhörlich in Richtung 1. Liga, und Markus Babbels Traum, auch gegen “Nobodies” viele Fans  ins Stadion zu holen, erfüllte sich.

Am Montag nun geht es auswärts im rewirpower Stadion gegen den VfL Bochum. Bochum? Da war doch was? Genau, die Mannschaft wird von unserem Ex-Trainer Friedhelm Funkel trainiert. Jener Friedhelm Funkel, der für “Narkosefußball” bekannt ist, und der uns ins Unterhaus beförderte. Jener Friedhelm Funkel, der sich im Hinspiel in Berlin Schmähgesänge anhören durfte: “Ohne Funkel wärn wir gar nicht hier!” und “Siehst du, Friedhelm, so wird das gemacht!” hallte es aus der Ostkurve. Nein, Freunde gemacht hat er sich in Berlin nicht. Zwar hatte die blau-weiße Anhängerschaft darauf gehofft, dass er das Unmögliche möglich machen würde, aber die Realität sieht anders aus, und statt gegen große Mannschaften kicken wir gegen Paderborn und Co., haben Montagsspiele, unmögliche Anstoßzeiten an den übrigen Spieltagen, nein, es macht nicht unbedingt Spaß, sich in der 2. Liga zu tummeln. Daher, und auch weil ich nicht glaube, dass es den Verantwortlichen gelingen wird, in einer weiteren Zweitliga-Saison wieder so viele Zuschauer und Fans zu mobilisieren, ist der Aufstieg, der auch gleichzeitig ein historisches Ereignis wäre, schließlich ist die Hertha nach einem Abstieg noch nie sofort wieder aufgestiegen, schon Pflicht.

Da sich Augsburg und Fürth heute Abend nur 0-0 Unentschieden getrennt haben, kann die Hertha mit einem Sieg in Bochum am Montag Abend einen Big Point landen.

HA HO HE

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Heimspiel vor der Traumkulisse

Hertha ist Spitze. Wenn auch in der 2. Liga zumindest nicht bis morgen, da Hauptkonkurrent FC Augsburg in Unterzahl gegen Bielefeld gewann, so doch aber in Europa. Der Verein führt die Tabelle der meistgesehenen Zweitligisten an. Der Zuschauerzuspruch ist, trotz Abstiegs, immer noch riesig, es scheint, als habe der Verein es geschafft, die Zuschauer auch im Unterhaus an sich binden zu können. Durch gezielte Werbekampagnen und Aktionen wurde ein hoher Zuschauerschnitt bei den bisherigen Heimspielen erreicht – inclusive dem ausverkauften Derby gegen den Stadtrivalen Union Berlin. Für das Spiel gegen den SC Paderborn am morgigen Sonntag werden über 66000 Zuschauer erwartet. Auch die Gäste aus Paderborn haben für dieses Spiel mobil gemacht: sie benennen ihre Aktion “Paderborn erobert die Hauptstadt”. Bisher wird mit ca. 3000 Paderborn-Fans gerechnet.

Etwa so viele Hertha-Fans waren damals im November in Paderborn zugegen und wurden Zeuge der bis dato schlechtesten Saisonleistung der Hertha. Paderborn brachte der Hertha die erste Saisonniederlage bei, wir verloren dort durch einen sehr fragwürdigen Elfmeter, dem ein ebenso streitbarer Platzverweis gegen Adrian Ramos vorausging, mit 0-1. Und ehrlich, ich war total bedient. Ja, ich war in Paderborn dabei. Zum Zeitpunkt des Spiels befand ich mich gerade im nordhessischen Bad Arolsen in einer psychosomatischen Klinik wegen Depressionen und Panikattacken. Letztere sind natürlich besonders prickelnd, wenn man Fußballfan ist und sich “ins Gewühl” stürzen möchte. Andererseits bin ich im Stadion immer total auf Adrenalin, daher ist dort bisher noch nichts passiert. Da ich in besagter Klinik natürlich immer wieder meine Vereinszugehörigkeit präsentierte, indem ich mit Hertha-Klamotten rumlief, was wiederum den Mitpatienten auch auffiel. So wurde ich dann von einem angesprochen, der auch Fußballfan ist und die Hertha mag. An den Wochenenden hatten wir quasi “Ausgang” und durften uns im Umkreis von etwa einer Autostunde Entfernung aufhalten. Was auf Paderborn zutraf. Also: Karten bestellt (gab leider nur noch Sitzplätze, ist ja eigentlich fürn Arsch, und mit 31 Tacken für ne überdimensionierte Blechbüchse mMn überteuert; aber egal, Hauptsache FUßBALL und STADION) und ab dafür.

So gondelten er und ich an diesem 7. November bei grauem Schmuddelwetter nach Paderborn rüber und taten uns diesen Horrorkick an. Um es vorweg zu nehmen: nein, mir hat es, unabhängig vom Ergebnis, in Paderborn nicht unbedingt gefallen. Das Stadion, Energie Team Arena mit Namen, versprüht keinerlei Charme oder Attraktivität, und von den Heimfans kam kaum Stimmung auf. Dafür war der Auswärtssupport der mitgereisten Hertha-Fans einmal mehr erstklassig. Und ein Lob muss ich an die Paderborner aussprechen: gute Essensauswahl, da neben dem Klassiker Stadionwurst in diversen Variationen auch drei verschiedene Sorten Pizza angeboten werden. Ja, das hatte was. Wir also Essen organisiert und zu unseren Plätzen, die selbstverständlich in Stehplätze umfunktioniert wurden. ;-)

Bereits in der ersten Halbzeit wurde deutlich, dass Paderborn sich vor uns kein bisschen einschüchtern ließ. Frech spielten sie auf,  kämpften und machten es der Hertha, bei der an diesem Nachmittag sowieso nicht rund lief, enorm schwer, überhaupt ins Spiel zu kommen. Unter diesem Aspekt ging die Niederlage ja auch in Ordnung, einzig das WIE hinterlässt nach wie vor einen sehr bitteren Beigeschmack. Jedenfalls hatte ich schon in der ersten Halbzeit ein sehr ungutes Gefühl, welches sich in der zweiten Halbzeit bewahrheiten sollte.

Auch im zweiten Durchgang ging bei der Hertha nicht viel. Fehlpässe, Fehler im Spielaubau, es war grausam anzuschauen. Und dann kam eben jene spielentscheidende Szene: ein Paderborner kommt in einem recht harmlos wirkenden Zweikampf im Strafraum zu Fall und wälzt sich auf dem Rasen herum. Da aber auch Ramos umgerempelt wurde, entscheidet der Schiri zunächst auf Freistoß für die Hertha. Von den Paderborner Fans ertönt ein gellendes Pfeifkonzert (bis dahin war von denen echt nichts zu hören!), und der Linienrichter schaltet sich ebenfalls ein. Er will etwas gesehen haben, was aber auch nur er gesehen hat. Angeblich soll Ramos den Ball mit der Hand gespielt haben. Der Paderborner hat inzwischen einen Turban, Schiri revidiert seine Entscheidung, zeigt Ramos die Rote Karte und auf den Punkt. Jetzt tobt der Bär, auf beiden Seiten. Die Herthaner, Fans wie Spieler, sind aufgebracht, und die Paderborner freuen sich. Insbesondere, als der Ball beim nun fälligen Strafstoß im von Marco Sejna gehüteten Tor einschlägt. Im TV war hinterher zu sehen, dass da nichts gewesen war, was einen Elfmeter gerechtfertigt hätte …

Doch ich will die Schuld an der Niederlage nicht allein dem Schiri zuschieben. Ja, er hat stellenweise etwas arg seltsam gepfiffen, aber wenn wir ehrlich sind: die Hertha hat an diesem Tag schlecht gespielt, und wir hätten wahrscheinlich noch stundenlang weiterspielen können, ohne zu einem nennenswerten Torschuss bzw. -erfolg zu kommen. Das besonders Bittere an dieser Niederlage war aber die sich anschließende Mini-Krise, in der wir auswärts in Osnabrück und bei 1860 München jeweils zu null verloren und gegen den FC Augsburg in einem denkwürdigen Spiel mit gleich vier Platzverweisen nur zu einem 1-1 kamen, und zuhause gegen den MSV Duisburg unsere erste Heimniederlage kassierten. Zwischendurch fanden wir uns auf dem 5. Rang wieder.

Ich hoffe nun, dass das Spiel gegen Paderborn am Sonntag nicht wieder einen solchen Trend auslösen wird, sondern dass wir dann auch wieder in der Liga Spitze sein werden und der Verwirklichung des Traumes von der sofortigen Rückkehr in die 1. Liga wieder ein Stück näher kommen können.

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Hausverbote und Debüts

Es hat sich einiges getan bei Hertha während der Länderspielpause.

Wieder einmal hat ein Jugendspieler, Leander Siemann, für 250.000€ den Verein verlassen und ist nun bei Arsenal unter Vertrag. An und für sich können wir das Geld ja gut gebrauchen, aber mir stellt sich doch die Frage, ob wir ihn nicht vielleicht selber hätten “großziehen” sollen und dann erst später, wenn er älter, reifer und erfahrener ist, ziehen lassen sollen? Vielleicht hätten wir dann sogar noch mehr für ihn bekommen. Nun, wir werden es nie erfahren. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich einige Spieler, die aus der Hertha-Jugend stammen, inzwischen bei anderen Vereinen auf sich aufmerksam machen. Die Boateng-Brüder, zum Beispiel …

Gleichzeitig ist aber auch der Zoff zwischen Hertha BSC und dem Talentscout der TSG 1899 Hoffenheim wieder aufgeflammt, und das nicht zu knapp. In der Vergangenheit hatte es bereits Meinungsverschiedenheiten gegeben, als es um zwei 14- und 15-Jährige ging. Beide sind inzwischen in Hoffenheim, doch hat Hertha BSC jetzt gegen Nachwuchs-Chefscout Wolfgang Geiger und sämtliche anderen Scouts der TSG Hausverbot verhängt. Grund des Ganzen ist folgende Äußerung Geigers gegenüber Hertha und deren Verantwortlichen:

“Was bildet sich Hertha ein, dieser Stasi-Verein“. (nachzulesen hier)

Hertha und STASI-Verein? So viel geschichtliches Hintergrundwissen sollte man doch auch in Hoffenheim besitzen, um zu wissen, dass die Hertha aus dem früheren West-Teil der Stadt stammt, wohingegen der Ruf des “Stasi-Clubs” eher dem BFC Dynamo aus dem damaligen Osten anhaftet! Da hat also jemand seine Hausaufgaben nicht gründlich gemacht. Zwar hat sich die TSG inzwischen bei Hertha entschuldigt, aber fürs erste werden wohl keine jungen Hertha-Talente mehr in Richtung Kraichgau abwandern. Doch Manager Michael Preetz weiß, dass man sich dem Wettbewerb um Nachwuchsspieler stellen muss, was er aber nicht gutheißt, sind die rüden Methoden, mit denen z.B. die TSG Hoffenheim sich bedient.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Shootingstar Pierre-Michel Lasogga, den wir von Bayer Leverkusen (der Verein besitzt übrigens eine Rückhol-Option!) verpflichtet haben, debütierte am Freitag Abend bei der U21 gegen die Niederlande. Und es war ein Einstand nach Maß, da er gleich das erste Tor beim 3-1 Sieg gegen die “Oranjes” erzielte. Da kann man nur staunen, welches Potenzial dieser Junge bereits hat, und hoffen, dass er von schweren Verletzungen weitestgehend verschont bleibt und uns noch viel Freude bereiten wird.

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Couragierter Auftritt

… allerdings der Gastgeber. Von der ersten Minute an schnürten die von Trainer Benno Möhlmann betreuten “Schanzer” sämtliche Angriffsbemühungen der Hertha ein. Doppeln, Pressing – nach vorne lief für die Hauptstädter wenig. Doch auch die Ingolstädter brillierten nicht gerade mit Offensiv-Fußball. Die Folge war, dass sich aus dem Spiel heraus wenige Torchancen ergaben. Wenn es mal irgendwie gefährlich wurde, lag dem eine Standardsituation zugrunde.

Markus Babbel musste gleich auf zwei Stammkräfte verzichten, da Peter Niemeyer und Christian Lell beide gelbgesperrt waren. Für Niemeyer spielte Raffael zum ersten Mal seit dem Cottbus-Spiel wieder in der Startelf, Christian Lell wurde durch Christoph Janker vertreten. Ronny spielte wieder für den immer noch kranken Levan Kobiashvili auf dessen linker Abwehrseite.

Ronny stand dann auch in der ersten Halbzeit zweimal unmittelbar im Brennpunkt des Geschehens. Zunächst trat er einen Freistoß knapp am Tor vorbei, kurz vor der Pause verursachte er einen Elfmeter. An der Strafraumgrenze kam Bambara in einem Gerangel mit Ronny zu Fall, woraufhin Schiedsrichter Welz auf Strafstoß entschied. DIE ideale Chance für die “Schanzer”, in Führung zu gehen … doch Leitls Schuss wurde von Maikel Aerts grandios gehalten. Somit ging es dann 0-0 in die Pause.

In der zweiten Halbzeit dauerte es bis zur 66. Minute, ehe Raffael zur ersten wirklich richtig guten Torchance der Hertha kam. Aber knapp vorbei ist bekanntlich auch daneben. :-/ Kurz darauf wechselte Markus Babbel Nikita Rukavytsya aus und brachte dafür Nico Schulz. Und der nutzte einen Ausrutscher von Malte Metzelder aus, um Pierre-Michel Lasogga anzuspielen, welcher mit seinem neunten Saisontreffer eine vielleicht schmeichelhafte Führung herausspielte. Denn wie bereits erwähnt, aus dem Spiel heraus hatte sich nicht viel an Torchancen ergeben … und ich war zu diesem Moment leicht frustriert, da sich kurz vor Lasoggas Tor mein Livestream verabschiedete und ich fieberhaft nach einem neuen Stream suchen durfte. Toll.

Kurz vor Ende der Partie kamen die Schanzer, die von Möhlmann hervorragend eingestellt waren, kämpften und es uns richtig schwer machten, noch durch Matip zum nicht unverdienten Ausgleich.

Unterm Strich geht das Ergebnis in Ordnung, doch durch einen 2-0 Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen kam der ärgste Verfolger, der FC Augsburg, auf zwei Punkte an die Hertha heran. Es bleibt also spannend an der Spitze (anders als in der 1. Liga, wo Borussia Dortmund schon einen recht großen Vorsprung hat; auch wenn diese zur Zeit etwas schwächeln …).

Durch die EM-Qualifikation ist das nächste Wochenende spielfrei, bevor es dann vor der “Traumkulisse”, wie es auf der Hertha-Website heißt, gegen den SC Paderborn geht. An das Hinspiel habe ich, wie wohl so viele Hertha-Fans, keine besonders guten Erinnerungen. Mehr dazu später.

HA HO HE

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Hertha eiskalt

Um es gleich vorweg zu nehmen: spannender Fußball sieht anders aus. Aber ich will hier ja nicht rummäkeln, denn wir haben einmal mehr auf des Gegners Platz gewonnen, und zwar mit der gleichen Kaltschnäuzigkeit, die wir auch schon in Aachen an den Tag gelegt hatten. Dennoch – die Partie zeigte vor allem in der ersten Halbzeit so einiges an Leerlauf, plätscherte vor sich hin, Torschüsse gab es keine zu vermelden, weder bei Greuther Fürth, noch bei uns. Bei den Fans, Heim wie Auswärts, war auf den Rängen stellenweise mehr los, als da auf dem Rasen. Hier und da ein paar Nickligkeiten und Fouls, aber nichts, was irgendwie auffällig gewesen wäre. Nur, dass Ronny statt Levan Kobiashvili, der krank zuhause geblieben war, auf dessen Position in die Anfangsformation rückte, Raffael erneut draußen blieb, und Christian Lell doch spielen konnte. Der holte sich allerdings seine 5. Gelbe ab und ist damit am Freitag in Ingolstadt gesperrt.

In einer von Höhepunkten spärlich gesäten 1. Halbzeit dauerte es bis zur 40. Minute, als Lell den Ball in Richtung Strafraum flankte, dort stand Adrian Ramos und köpfte den Ball in die Maschen des Fürther Gehäuses. 1-0. Es war im Prinzip die erste wirkliche Torchance der Berliner, die erst heute nach Fürth gereist waren, und zack, war der Ball drin. Da war sie also wieder, die eiskalte Effektivität. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause – und in eine wiedermal unerträgliche Werbesession auf Sport1 -.- … Montagsspiele, nervige Werbung (wie ich diese “nach nur einem Spot geht’s weiter!”-Werbung hasse!), Sport1: alles Gründe, warum ich so schnell wie möglich wieder aus dieser Liga rauswill. Abgesehen vom finanziellen (auch wenn uns da ein anonymer Investor 8 Millionen zur Verfügung gestellt hat, um den Schuldenberg abzutragen und die Lizenz für die nächste Saison zu sichern) Aspekt natürlich, und dass eine Mannschaft wie Hertha BSC einfach in die 1. Liga gehört …

Nach dem Wiederanpfiff zeigten wieder die diesmal in schwarz gekleideten Gäste, wer hier der Aufstiegsfavorit ist. Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe es erneut im Kasten von Alexander Walke klingelte. Nikita Rukavytsya führte einen Freistoß aus, der Ball fand seinen Weg zu Peter Niemeyer, der, ebenfalls per Kopf, seinen zweiten Saisontreffer erzielte. Dieses 2-0 war dann auch gleichzeitig der Endstand. Niemeyer holte sich übrigens kurz vor Ende der Partie noch seine 10. Gelbe ab und fällt damit auch gegen Ingolstadt aus.

Und Greuther Fürth? Von denen war auch in der 2. Halbzeit nicht unbedingt viel zu sehen. Die Offensive der Grün-Weißen fand im Prinzip überhaupt nicht statt, sodass auch Maikel Aerts nicht viel zu tun hatte. Und was an Schüssen auf sein Tor kam, hielt oder klärte er ohne Probleme. Da am Ende die “Null” stand, dürfte er nun auch wieder etwas Selbstvertrauen getankt haben.

Der Auswärtssieg in Fürth war auch gleichzeitig der fünfte Auswärtssieg in Serie. Sollten wir am Freitag Abend (an dieser Stelle auch noch mal schönen Dank an die DFL für diese Spielansetzungen … -.- ) in Ingolstadt bei den “Schanzern” ebenfalls einen Dreier holen, wäre es der sechste Auswärtssieg hintereinander – eine Demonstration der Hertha, wie man auswärts spielt, insbesondere, wenn man die Mission “Wiederaufstieg” als erklärtes Saisonziel ausgegeben hat.

In diesem Sinne: HA HO HE!

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